Bornheims grünste Gärten

Wir suchen Bornheims grünste Vorgärten!

01.07.21

Dein Vorgarten ist dein ganzer Stolz? Bei dir tummeln sich die Bienen und Käfer, Vögel und vieles mehr? Es grünt und blüht und dein Vorgarten ist ein echter Hingucker in deiner Straße?

Dann bewirb dich bis zum 18. Juli per Mail an vorgarten@remove-this.gruene-bornheim.de mit Ortsangabe und Foto(s) und erzähle uns, warum gerade dein Vorgarten unsere Auszeichnung verdient hat.*

Bewertet werden die Punkte:

  • Grünfläche in Relation zu versiegelter Fläche
  • Insektenfreundlichkeit
  • Vorkommen von heimischen Pflanzen
  • Pflanzenvielfalt
  • Optischer Gesamteindruck & Kreativität

Wir freuen uns auf viele tolle Bilder und Inspiration!

*Natürlich kannst du auch den Vorgarten von jemand anderem nominieren.

Kategorie

#Artenvielfalt #Leben in Bornheim #Natur #Umwelt

Insekten - Artenvielfalt im Wandel

Die unüberschaubare Artenvielfalt der Insekten macht es nicht leicht, einen Wandel der Verbreitungsareale und der Populationsgrößen zu untersuchen. Während das Artensterben der Insekten inzwischen gut dokumentiert ist, kommt es parallel zu einer ungewöhnlich starken Ausbreitung von wärmeliebenden Arten, die höchstwahrscheinlich auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Unsere Artenvielfalt ist im Wandel. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, aber die Geschwindigkeit hat mich als Diplom-Biologe im letzten Jahr doch massiv beeindruckt. Noch nie habe ich in meinem kleinen Garten so viele Insektenarten gesehen, die in den Jahren davor nicht anwesend waren. Gleichzeitig befinden wir uns in einem Massensterben der Insekten, wie die Krefelder Studie von 2017 eindrucksvoll belegt hat.
Wie passen diese beiden auf den ersten Blick widersprüchlichen Beobachtungen zusammen? Und warum ist das überhaupt relevant für uns alle?

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Tipps für mehr Artenvielfalt im eigenen Garten

Artenschutz

  • Abwechslungsreiche und insektenfreundliche Pflanzen: v.a. Blüten mit viel Nektar dienen Insekten als Nahrungsquelle. Wildwiesen bzw. blühende Wiesen liefern daher einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zu reinen Rasenflächen. Bestenfalls sollten hier auch viele heimische Pflanzen vertreten sein, wie z.B. Glockenblume, Kornblumen, Löwenmäulchen und Astern. Eine Liste mit Pflanzen speziell für Bienen gibt es z.B. auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter     https://www.bienenfuettern.de/
     
  • „Unkraut“ stehen lassen: Unkräuter oder besser gesagt Wildkräuter sind oft hervorragende Nahrungsquellen für Insekten. Es lohnt sich daher zumindest einen Teil hiervon stehen zu lassen, ggf. in einer versteckten Ecke. Zudem sind viele Wildkräuter wie z.B. Löwenzahn, Giersch und Vogelmiere essbar und sogar sehr gesund. Sie machen sich daher gut in einem bunten Salat oder Smoothie
     
  • Keine Pestizide, keine Unkrautvernichter: störende Kräuter sollten bestenfalls in Handarbeit entfernt werden. Außerdem kann ihre Ausbreitung durch Mulchen, z.B. mit angetrocknetem Rasenschnitt, vermindert werden. Dies schützt gleichzeitig vor dem Austrocknen der Erde, z.B. im Gemüsebeet. Gegen Schädlinge und als Dünger können Jauchen wie Brennnesseljauche verwendet werden, die sich ganz     einfach selber herstellen lassen. Allein dafür lohnt es sich also schon etwas Brennnessel im Garten stehen zu lassen. ;-)
     
  • Unterschlupf für Insekten bieten: Sogenannte Insektenhotels sind voll im Trend und überall erhältlich, lassen sich aber auch einfach selber bauen. Eine Anleitung hierzu als PDF und ein Erklärvideo mit Tipps und Tricks findet man z.B. auf den     Seiten des NABU. Ebenso können verblühte Büsche, Gehölze und Stauden Wildbienen einen guten Unterschlupf im Winter bieten und können daher im Herbst einfach mal stehen gelassen werden.
     
  • Nahrung, Verstecke und Baumaterial in Form von Trockenmauern und Totholz: Totholz kann dabei unterschiedliche Formen annehmen, etwa als Baumstumpen oder Stück Baumstamm das an einem sonnigen Plätzchen verrotten darf, aber auch als Benjes-Hecke zur Abtrennung von Bereichen oder statt Zaun. Neben Insekten finden hier auch kleine Säugetiere einen Ort zum Überwintern. Noch weniger Aufwand machen Laubhaufen. Diese können in einer schattigen, windstillen Ecke bis ins späte Frühjahr liegen gelassen werden, und bieten neben einem warmen Unterschlupf Baumaterial und Nährstoffe für viele Tiere.
     
  • Lebenselixier Wasser: nicht nur die Pflanzen brauchen im Sommer regelmäßig Wasser, auch Insekten freuen sich über ein paar Tröpfchen. Eine Wasserstelle lässt sich ganz leicht aus einer flachen Schale und ein paar Steinen errichten.
     
  • Zurücklehnen und Entspannen :-)
Unkraut einfach wegessen
Unkraut einfach wegessen

Nur ein Balkon?

Es muss nicht immer ein großer Garten sein, um Insekten Platz zu bieten. Wie du deinen Balkon insektenfreundlich gestalten kannst, erfährst du in diesem Video vom NABU:

https://youtu.be/7NRecP9Tna8

Mehr Schmetterlinge im Garten

Tipps für mehr Schmetterlinge im Garten und auf dem Balkon gibt es z.B. hier:
https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/schmetterlingsgarten/

Fundgrube

Artenvielfalt im eigenen Garten

Seltenheit am Gartenzaun

Und wieder einmal ist unser Rasenmäher kaputt. Etwas verärgert schaue ich auf die vielen Pusteblumen-Stengel, die jetzt wohl noch eine Weile länger auf unserer Wiese stehen werden. Am Zaun ist das Gras besonders lang, so dass ich beschließe, zumindest hier mit der Hand die Stauden freizulegen. Der kleine Wiesenknopf fühlt sich hier schon länger wohl und vor zwei Jahren habe ich eine Becherpflanze (Durchwachsende Silphie) als Bienenfutter im Herbst von einem befreundeten Imker bekommen. Beide haben die Trockenheit im letzten Jahr gut überstanden und breiten sich weiter aus. Dem Klatschmohn scheint der fehlende Wiesenschnitt auch gut zu bekommen und andersals im letzten Jahr sehe ich wieder viele rote Blüten am Zaun. Wie immer finde ich für meinen Geschmack viel zu viel Scharfgarbenkraut. Die Scharfgarbe neigt dazu an unserem Gartenzaun alles andere zu verdrängen, so dass ich sie immer zurückhalten muss. Doch was ist das? Da hätte ich doch fast das blühende Pflänzchen in der Hand gehabt. Das ist ja gar keine Scharfgarbe! Die Blüte ist zwar auch weiß und etwas doldenförmig, aber das Kraut ist filigran. Gleich mache ich die ersten Photos und versuche die Pflanzen über meine Pflanzen-Apps zu bestimmen. Erst in der dritten App werde ich fündig „Strahlen-Breitsame“, eine Pflanzenart, die zur Familie der Doldenblütler gehört. Sie kommt nur noch vereinzelt in Deutschland vor und war ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet. Eine Pflanze, die auf der „Roten Liste der Gefäßpflanzen“ steht. Wie sie nun zu uns an den Gartenzaun gekommen ist, bleibt wohl ein Rätsel. War sie in einem der vielen Blühmischungen, die wir dort ausgebracht haben? Oder hat ein Vogel oder anderes Tierchen sie dort hingebracht? Jetzt bin ich gespannt, ob sie sich nur in diesem Jahr zeigt oder tatsächlich in Sechtem eine neue Heimat findet. Meine Fundgrube am Gartenzaun wird jedenfalls immer reichhaltiger und das Rasenmähen werde ich in diesem Jahr dort aussetzen.

Gabi Jahn