04.03.26 –
Entlang von Straßen, in Böschungen und an Bächen, rund um Sitzbänke oder Haltestellen: Illegal entsorgter Müll, aus dem Auto geworfene Kippen und achtlos weggeworfene Verpackungen – besonders to-go-Becher – sind im Frühjahr überall sichtbar. Noch ist kein Gras darüber gewachsen, und Mäher haben den Müll noch nicht in kleine Partikel zerkleinert. In dieser Zeit rufen viele Kommunen wie Bornheim zu Müllsammelaktionen auf. Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche GRÜNE Ortsteams in Sechtem, Kardorf, Waldorf, Widdig, Brenig, Bisdorf und Rösberg beteiligt und große Mengen Müll eingesammelt.
Natürlich macht es Spaß, gemeinsam etwas zu verbessern. Doch ehrlich gesagt: Wir alle hätten in dieser Zeit auch andere sinnvolle Dinge tun können, als den Müll anderer Menschen aufzusammeln. Die Gründe für unser Engagement gehen jedoch weit über die reine Verwahrlosung hinaus.
Müll wird von Tieren irrtümlich gefressen, kann nicht verdaut werden – viele verhungern mit vollem Magen. Besonders jetzt, zur Brutsaison, nutzen Vögel unseren Müll, um ihre Nester zu bauen. Manche Arten sammeln sogar Zigarettenkippen, die Arsen, Blei und Nikotin enthalten. Die Küken werden dadurch geschädigt. Zigarettenstummel sind weltweit das am häufigsten in die Natur geworfene Abfallprodukt – und extrem toxisch. Ein einzelner Stummel kann bis zu 1.000 Liter Wasser verunreinigen und bedroht so Oberflächen- und Grundwasser.
Mit den Frühjahrshochwässern wird Plastikmüll in Flüsse und schließlich ins Meer gespült. Dort zerreibt er sich zu Mikroplastik, das heute in allen Gewässern der Erde nachweisbar ist. Bis 2050 könnte es in den Ozeanen mehr Plastik als Fische geben. Mikroplastik findet sich auch in unserem Grundwasser, in Böden und in der Nahrungskette.
Im Frühjahr werden Gartenabfälle oft an Wald- und Wiesenrändern entsorgt. Dabei gelangen auch nicht-heimische Pflanzen in die Natur, die für die Tier- und Pflanzenwelt schädlich sein können.
Müllsammler*innen finden heute auch Einweg-eZigaretten mit Lithium-Ionen-Akkus. Diese gelten als Sondermüll und können - falsch entsorgt - Brände in Müllfahrzeugen und Deponien auslösen. Ab Juli 2026 müssen sogennnte Vapes von allen Verkaufsstellen zurückgenommen werden – eine Verschärfung, die die GRÜNEN, insbesondere die ehemalige Umweltministerin Steffi Lemke, im Rahmen der Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) vorangetrieben haben. Die GRÜNEN fordern zudem ein Pfandsystem von bis zu 10 Euro pro Einweg-Vape, um die Rücklaufquoten zu erhöhen und Umweltbrände zu verhindern. Eine Petition der Deutschen Umwelthilfe sammelt Stimmen für ein Verbot dieser brandgefährlichen Einweg-Vapes: https://mitmachen.duh.de/e-zigaretten/
Jeder kann etwas bewegen – aber es braucht politische Rahmenbedingungen
Jede*r Einzelne von uns kann Müll richtig entsorgen und vermeiden. Doch unverpackte Produkte sind oft teurer. Bündnis 90/Die GRÜNEN setzen auf politische Lösungen, die es Verbraucher*innen leichter machen, Müll zu vermeiden – etwa durch das Recht auf Reparatur. Unser Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, die wertvolle Rohstoffe wie Plastik wiederverwendet.
Auch Kommunen können Müll vermeiden, indem sie Anreize schaffen, um Einwegverpackungen zu reduzieren. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den städtischen Haushalt.
Es liegt an uns – wir müssen es nur wollen!
Wie lange braucht Müll, um zu verrotten? (Quelle: NaBu, Deutscher Alpenverein)
| Material | Zersetzungszeit |
|---|---|
| Bananenschale | 2 Jahre (nordeuropäisches Klima) |
| Zigarettenstummel | 1 Jahr (optimal), 3–5 Jahre (durchschnittlich) |
| Plastikfolie | 100–1.000 Jahre |
| Nylonfasern | 60 Jahre |
| Alubehälter | ca. 500 Jahre |
| Glasflaschen | 4.000 Jahre oder länger |
| Styropor | 6.000 Jahre oder länger |
Fazit: Müllvermeidung und richtige Entsorgung sind entscheidend – für die Umwelt, die Tiere und uns alle.
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