25.03.23 –
GRÜNE fordern seit Jahren Windenergie in Bornheim. Im Herbst 2022 haben sie sich angesichts der fortschreitenden Klimakrise dafür ausgesprochen, die geplanten Windkraftkonzentrationszonen (WKZ) nicht auf die Rheinebene zu beschränken, sondern auch auf der Ville Windräder zuzulassen, wenn dies aus Sicht von Natur- und Umweltschutz vertretbar ist.
Auf Empfehlung des Bürgermeisters beschlossen Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss auf einer gemeinsamen Sitzung am 16. März mit breiter Mehrheit (gegen die Stimmen der FDP) die Aufstellung eines „Teilflächennutzungsplans Windenergie“, der die Einrichtung von zwei WKZ vorsieht: Eine westlich von Sechtem und eine auf dem Villerücken oberhalb von Hemmerich und Rösberg. Zusammen umfassen diese rund 5 Prozent des Stadtgebietes. Vorausgegangen waren umfangreiche Untersuchungen der CBH-Rechtsanwälte (Köln), welche Flächen in Bornheim das entsprechende Potenzial für Windkraft aufweisen und aus ökologischer Sicht als möglichst unbedenklich eingestuft werden können. Besonders wichtig war dabei der Schutz der auf der Ville brütenden Rotmilane.
„Wir GRÜNE freuen uns sehr, dass fast alle Fraktionen mit dem Beschluss zur Offenlegung dem nächsten Schritt zugestimmt haben. Sie bringt die Windkraft in Bornheim entscheidend voran. Die Vorlage berücksichtigt gleichermaßen Natur- und Vogelschutz sowie das Landschaftsbild. Außerdem ist ein ausreichender Abstand zur Wohnbebauung von 1000 m gegeben“, so Berthold Rothe, der planungspolitische Sprecher der GRÜNEN.
„Um die dramatisch steigende Erderwärmung zu begrenzen, müssen wir die erneuerbaren Energien viel schneller ausbauen“, betont der Co-Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Dr. Arnd Kuhn: „Windstrom ist die effektivste Energiequelle bezogen auf die benötigte Fläche. Wenn Bornheim sein selbstgestecktes Ziel erreichen will, bis 2035 80 Prozent der Treibhausgase einzusparen, dann brauchen wir möglichst viele Windräder. Sie können einen signifikanten Anteil des Strombedarfs in Bornheim decken.“ Kuhn betont, dass die Abwägung zwischen Vogel-/Fledermausschutz und Klimaschutz nie leicht sei, aber letztlich hänge beides zusammen: „Wer die Biodiversität erhalten will, muss auch das Klima schützen. Klimaschutz ist der beste Naturschutz.“ Darüber hinaus sollen alle modernen technischen und betrieblichen Möglichkeiten genutzt werden, um dem Artenschutz vor Ort gerecht zu werden und die Eingriffe in Natur und Umwelt gering zu halten - egal wo diese Anlagen gebaut werden.
Berthold Rothe wies im Ausschuss darauf hin, dass nur die Ausweisung der Windkraftkonzentrationszonen einen „Wildwuchs“ von Windkraftanlagen verhindert: „Wenn Bornheim die Zonen nicht bis zum 31. Januar 2024 rechtsgültig ausweist, können alle Windräder bauen, wo sie wollen. Und wir haben dann als Stadt keine Steuerungsmöglichkeiten mehr.“
Die Blockadehaltung der FDP sorgt bei den GRÜNEN für völliges Unverständnis: „Das ist reiner Populismus“, stellt Co-Parteisprecher Dr. Dirk Reder fest: „Die FDP weiß genau, wie wichtig ein rechtssicheres Verfahren ist, und will es doch mit ihrem Abstimmungsverhalten wider besseres Wissen verhindern. Dabei riskiert sie, dass es am Ende Wildwuchs gibt. Es wird mehr als ersichtlich, es wird mal wieder deutlich, dass für die FDP der Klimaschutz letztlich zweitrangig ist und bleibt.“
"Windkraft in Bornheim ist nicht nur Frage von "Müssen", sondern auch von "Wollen". resümiert die Ausschussvorsitzende des Umweltausschusses Dr. Gabi Jahn, "und wir GRÜNE wollen endlich Windkraft, schnell und geordnet in den möglichen Flächen. Windkraft trägt maßgeblich zu unserer Energieversorgung bei und bringt ganz nebenbei auch noch Gewerbesteuern in die Stadtkasse. Und hoffentlich wird es auch ein Bürgerwindrad geben.“
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Im Klimapaten-Netzwerk sind aktuell etwa 150 Bürgerinnen und Bürger der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises organisiert, die zeigen, dass
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vieles gegen den Klimawandel getan werden kann.
Das Netzwerk existiert seit 2011 und hat einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt, die allen Interessierten zur Verfügung stehen, egal ob es um PV-Anlagen, Windräder oder klimaneutrales Bauen geht.
Zahlreiche Publikationen sowie Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Klimapaten-Netzwerks.
Haupttriebfeder des Klimawandels ist der Treibhauseffekt. Einige in der Erdatmosphäre vorhandene Gase wirken ungefähr wie das Glas eines Gewächshauses: Sie lassen Sonnenwärme zwar herein, verhindern aber ihre Abstrahlung zurück in den Weltraum und führen zur Erderwärmung.
Viele dieser Treibhausgase sind natürliche Bestandteile der Erdatmosphäre; infolge menschlicher Tätigkeiten ist jedoch die Konzentration einiger Gase stark angestiegen. Das gilt insbesondere für:
Durch menschliche Tätigkeiten entstehendes CO2 trägt am stärksten zur Erderwärmung bei. Bis 2020 war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einen Wert von 48 % über dem vorindustriellen Niveau (vor 1750) gestiegen.
Andere Treibhausgase werden durch menschliche Tätigkeiten in geringeren Mengen emittiert. Methan ist ein stärkeres Treibhausgas als CO2, hat aber eine kürzere Lebensdauer in der Atmosphäre. Distickstoffoxid ist wie CO2 ein langlebiges Treibhausgas, das sich in der Atmosphäre über Jahrzehnte und Jahrhunderte anreichert.
Natürliche Ursachen wie etwa Veränderungen der Sonneneinstrahlung oder vulkanische Aktivität haben zwischen 1890 und 2010 Schätzungen zufolge um weniger als ± 0,1 °C zur Gesamterwärmung beigetragen.
Ursachen für steigende Emissionen
Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide.
Quelle: https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de
Das Bundesumweltamt berechnet die Auswirkungen von Umwelt- und Klimaschäden und damit, was fehlender Klima- und Umweltschutz kosten.
Das Übereinkommen von Paris ist die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen.
Zu den fast 190 Vertragsparteien des Pariser Übereinkommens zählen auch die EU und ihre Mitgliedstaaten. Die EU hat das Übereinkommen am 5. Oktober 2016 formell ratifiziert.
Das Europäische Parlament hat folgende Erklärung dazu veröffentlich.
CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze