Konsequenz aus dem Klimafolgenanpassungskonzept: Bornheim soll "Schwammstadt" werden

"Und sie bewegt sich doch!" - zwar meinte Galilei die Erde, doch Gleiches lässt sich auch von der Bornheimer Politik sagen. Seit der Kommunalwahl, die uns zur zweitstärksten Fraktion im Stadtrat machte, konnte die Frontenbildung und Blockadepolitik der Vergangenheit aufgebrochen werden. Wichtige Weichenstellungen bei Haushalt, Klimaneutralität oder der zukunftsweisenden Heinrich-Böll-Gesamtschule konnten mit breiten Mehrheiten beschlossen werden. Oft ging dabei die Initiative von der grünen Ratsfraktion aus. Der Antrag „Bornheim auf dem Weg zu Schwammstadt“ wurde von den vier Fraktionen „Bündnis`90/Die Grünen“, CDU, SPD und UWG „Bornheim auf dem Weg zu Schwammstadt“ im Umwelt-Ausschuss eingebracht und beschlossen. Hier die Pressemitteilung dazu.

03.04.22 –

Anpassung an die Auswirkungen der Klimaveränderungen - Bornheim macht sich u.a. auf dem Weg zur „Schwammstadt“

In der Sitzung des Ausschusses für „Umwelt, Klima, Landwirtschaft, Wald und Naturschutz“ vom 15.02.2022 stellte Frau Dr. Monika Steinrücke (Büro „K.Plan“) das beauftragte und geförderte „Interkommunale Klimafolgenanpassungskonzept für die Region Rhein-Voreifel“ der sechs linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis Kommunen vor.

Das Konzept zeigt für Bornheim in Handlungskarten Gebiete auf mit

  1. erhöhten und stark erhöhter Hitzebelastung,
  2. mit Luftleitbahnen,
  3. mit stadtklimarelevanten Grün- und Freiräumen und
  4. mit hohem Risiko für extreme Hochwasserereignisse.

Im Verlauf der Diskussion zeigten sich dazu zwei grundsätzliche Handlungslinien: Zum einen sollten die nun vorliegenden Erkenntnisse u.a. bei den einzelnen anstehende Bauplanungen in die Abwägungen unmittelbar einbezogen werden. Zum anderen sollten aus den Karten Handlungsoptionen und eine Priorisierung erarbeitet und in den zuständigen Gremien der Stadt beschlossen werden, um bei der weiteren Stadtentwicklung den Folgen des Klimawandels aktiv und übergreifend zu begegnen. Nach ausführlicher Beratung hat der Ausschuss die Empfehlung für den Rat einstimmig beschlossen, das vorgestellte Konzept als Grundlage für alle Entwicklungen im Stadtgebiet zukünftig zu berücksichtigen.

Als ersten Schritt auf diesen Weg wurde unmittelbar im Anschluss der gemeinsame Antrag der vier Fraktionen „Bündnis`90/Die Grünen“, CDU, SPD und UWG  „Bornheim auf dem Weg zu Schwammstadt“ vom Ausschuss mit großer Mehrheit angenommen.

Auf dem Weg zur „Schwammstadt“ soll nun ein Konzept erarbeitet werden um Wasser solange wie möglich im Bornheimer Stadtgebiet, d.h. im bebauten Areal und in der freien Landschaft, zurückzuhalten. Dabei werden Überlegungen der Nachbarkommunen sowie die Ergebnisse des oben genannten „Klimafolgenanpassungskonzepts“ und die Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus den trockenen Sommern (2018-2020) und der Starkregen-Katastrophe vom Juli 2021 einfließen.

Aufgrund der Komplexität der Fragestellung wird externer Sachverstand z.B. über ein Fachbüro eingebunden werden um hier Möglichkeiten auf Landschaftsebene und in urbanen Gebiete aufzuzeigen und miteinander zu verknüpfen. Darüber hinaus sehen die vier Fraktionen im Prozess der Entstehung eines Zeit-Maßnahmenplanes es für essentiell an, mit allen Interessenvertretern des Bornheimer Wassers, wie z.B. Landwirten, Waldbauern, Wirtschaftsförderung, Wasserwerken, Wasserverbänden, Naturschutzbehörden, Regionalplanern und Umwelt- & Naturschützern, die möglichen und notwendigen Maßnahmen zu erörtern und zu priorisieren. Die Antragsteller rechnen mit einem mittel- bis langfristigen Umsetzungsprozess und sehen dabei in möglichen Fördermaßnahmen, z.B. durch Bund und Land, wichtige Optionen, die zur Finanzierung der Maßnahmen beitragen können.

Die vier Fraktionen sehen sich mit ihrer Initiative mehr als bestätigt durch den zweiten Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), der am 28. Februar d.J. veröffentlicht wurde. Der IPCC warnt darin eindringlich: „Die Klimarisiken für Ökosysteme und Menschen nehmen weltweit rapide zu. Nur konsequenter Klimaschutz und frühzeitige Klimaanpassung können Risiken verringern.“

Kategorie

#Klima | #Umwelt

Im Klimapaten-Netzwerk sind aktuell etwa 150 Bürgerinnen und Bürger der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises organisiert, die zeigen, dass

- im privaten Bereich
- in Betrieb und Unternehmen
- in Vereinen und Organisationen

vieles gegen den Klimawandel getan werden kann.
Das Netzwerk existiert seit 2011 und hat einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt,  die allen Interessierten zur Verfügung stehen, egal ob es um PV-Anlagen, Windräder oder klimaneutrales Bauen geht.

Zahlreiche Publikationen sowie Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Klimapaten-Netzwerks.

Was sind die Haupttreiber des Klimawandels?

Haupttriebfeder des Klimawandels ist der Treibhauseffekt. Einige in der Erdatmosphäre vorhandene Gase wirken ungefähr wie das Glas eines Gewächshauses: Sie lassen Sonnenwärme zwar herein, verhindern aber ihre Abstrahlung zurück in den Weltraum und führen zur Erderwärmung.

Viele dieser Treibhausgase sind natürliche Bestandteile der Erdatmosphäre; infolge menschlicher Tätigkeiten ist jedoch die Konzentration einiger Gase stark angestiegen. Das gilt insbesondere für:

  • Kohlendioxid (CO2)
  • Methan
  • Distickstoffoxid
  • fluorierte Gase

Durch menschliche Tätigkeiten entstehendes CO2 trägt am stärksten zur Erderwärmung bei. Bis 2020 war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einen Wert von 48 % über dem vorindustriellen Niveau (vor 1750) gestiegen.

Andere Treibhausgase werden durch menschliche Tätigkeiten in geringeren Mengen emittiert. Methan ist ein stärkeres Treibhausgas als CO2, hat aber eine kürzere Lebensdauer in der Atmosphäre. Distickstoffoxid ist wie CO2 ein langlebiges Treibhausgas, das sich in der Atmosphäre über Jahrzehnte und Jahrhunderte anreichert.

Natürliche Ursachen wie etwa Veränderungen der Sonneneinstrahlung oder vulkanische Aktivität haben zwischen 1890 und 2010 Schätzungen zufolge um weniger als ± 0,1 °C zur Gesamterwärmung beigetragen.

Ursachen für steigende Emissionen

Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide.

  • Abholzung von Wäldern (Entwaldung). Bäume tragen durch Aufnahme von CO2 zur Klimaregulierung bei. Durch Rodung geht diese positive Wirkung verloren, und der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird in die Atmosphäre freigesetzt, wo er zum Treibhauseffekt beiträgt.
  • Intensivierung der Viehzucht. Kühe und Schafe erzeugen bei der Verdauung ihres Futters große Mengen an Methan.
  • Stickstoffhaltige Dünger verursachen Stickoxidemissionen.
  • Fluorierte Gase werden aus Geräten und Produkten freigesetzt, in denen diese Gase verwendet werden. Diese Emissionen haben einen sehr starken Treibhauseffekt, der bis zu 23 000-mal stärker ist als der von CO2.

Quelle: https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de

 

Kosten des Klimawandels

Das Bundesumweltamt berechnet die Auswirkungen von Umwelt- und Klimaschäden und damit, was fehlender Klima- und Umweltschutz kosten.

zum Bundesumweltamt

Das Pariser Klimaabkommen von 2015

Das Übereinkommen von Paris ist die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen.

Zu den fast 190 Vertragsparteien des Pariser Übereinkommens zählen auch die EU und ihre Mitgliedstaaten. Die EU hat das Übereinkommen am 5. Oktober 2016 formell ratifiziert.

Zum Text des Pariser Klimaabkommens

CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze

Bericht des Wuppertal Instituts vom Oktober 2020