Konsequenz aus dem Klimafolgenanpassungskonzept: Bornheim soll "Schwammstadt" werden

03.04.22

Anpassung an die Auswirkungen der Klimaveränderungen - Bornheim macht sich u.a. auf dem Weg zur „Schwammstadt“

In der Sitzung des Ausschusses für „Umwelt, Klima, Landwirtschaft, Wald und Naturschutz“ vom 15.02.2022 stellte Frau Dr. Monika Steinrücke (Büro „K.Plan“) das beauftragte und geförderte „Interkommunale Klimafolgenanpassungskonzept für die Region Rhein-Voreifel“ der sechs linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis Kommunen vor.

Das Konzept zeigt für Bornheim in Handlungskarten Gebiete auf mit

  1. erhöhten und stark erhöhter Hitzebelastung,
  2. mit Luftleitbahnen,
  3. mit stadtklimarelevanten Grün- und Freiräumen und
  4. mit hohem Risiko für extreme Hochwasserereignisse.

Im Verlauf der Diskussion zeigten sich dazu zwei grundsätzliche Handlungslinien: Zum einen sollten die nun vorliegenden Erkenntnisse u.a. bei den einzelnen anstehende Bauplanungen in die Abwägungen unmittelbar einbezogen werden. Zum anderen sollten aus den Karten Handlungsoptionen und eine Priorisierung erarbeitet und in den zuständigen Gremien der Stadt beschlossen werden, um bei der weiteren Stadtentwicklung den Folgen des Klimawandels aktiv und übergreifend zu begegnen. Nach ausführlicher Beratung hat der Ausschuss die Empfehlung für den Rat einstimmig beschlossen, das vorgestellte Konzept als Grundlage für alle Entwicklungen im Stadtgebiet zukünftig zu berücksichtigen.

Als ersten Schritt auf diesen Weg wurde unmittelbar im Anschluss der gemeinsame Antrag der vier Fraktionen „Bündnis`90/Die Grünen“, CDU, SPD und UWG  „Bornheim auf dem Weg zu Schwammstadt“ vom Ausschuss mit großer Mehrheit angenommen.

Auf dem Weg zur „Schwammstadt“ soll nun ein Konzept erarbeitet werden um Wasser solange wie möglich im Bornheimer Stadtgebiet, d.h. im bebauten Areal und in der freien Landschaft, zurückzuhalten. Dabei werden Überlegungen der Nachbarkommunen sowie die Ergebnisse des oben genannten „Klimafolgenanpassungskonzepts“ und die Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus den trockenen Sommern (2018-2020) und der Starkregen-Katastrophe vom Juli 2021 einfließen.

Aufgrund der Komplexität der Fragestellung wird externer Sachverstand z.B. über ein Fachbüro eingebunden werden um hier Möglichkeiten auf Landschaftsebene und in urbanen Gebiete aufzuzeigen und miteinander zu verknüpfen. Darüber hinaus sehen die vier Fraktionen im Prozess der Entstehung eines Zeit-Maßnahmenplanes es für essentiell an, mit allen Interessenvertretern des Bornheimer Wassers, wie z.B. Landwirten, Waldbauern, Wirtschaftsförderung, Wasserwerken, Wasserverbänden, Naturschutzbehörden, Regionalplanern und Umwelt- & Naturschützern, die möglichen und notwendigen Maßnahmen zu erörtern und zu priorisieren. Die Antragsteller rechnen mit einem mittel- bis langfristigen Umsetzungsprozess und sehen dabei in möglichen Fördermaßnahmen, z.B. durch Bund und Land, wichtige Optionen, die zur Finanzierung der Maßnahmen beitragen können.

Die vier Fraktionen sehen sich mit ihrer Initiative mehr als bestätigt durch den zweiten Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), der am 28. Februar d.J. veröffentlicht wurde. Der IPCC warnt darin eindringlich: „Die Klimarisiken für Ökosysteme und Menschen nehmen weltweit rapide zu. Nur konsequenter Klimaschutz und frühzeitige Klimaanpassung können Risiken verringern.“

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#Klima #Umwelt