Verbindliche Begrünung von Dächern abgelehnt.

Mit Anträgen im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss wollten die Bornheimer Grünen für neue Gewerbegebiete in Bornheim die Begrünung von Dächern, alternativ bis zur Hälfte den Einsatz von Sonnenergienutzung, verbindlich festschreiben. "Die Vorteile für die Gewerbetreibenden, das städtische Klima und die Biologische Vielfalt sind nicht von der Hand zu weisen", sagte der Umweltpolitische Sprecher der Grünen Fraktion und Vorsitzende des Umweltausschusses Dr. Arnd Kuhn. "Die Flächenversieglung in Bornheim hält nach wie vor an. Wir müssen endlich sorgsamer und deutlich effizienter mit unseren Flächen umgehen."

02.08.19 –

Mit Anträgen im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss wollten die Bornheimer Grünen für neue Gewerbegebiete in Bornheim die Begrünung von Dächern, alternativ bis zur Hälfte den Einsatz von Sonnenergienutzung, verbindlich festschreiben.

"Die Vorteile für die Gewerbetreibenden, das städtische Klima und die Biologische Vielfalt sind nicht von der Hand zu weisen", sagte der Umweltpolitische Sprecher der Grünen Fraktion und Vorsitzende des Umweltausschusses Dr. Arnd Kuhn. "Die Flächenversieglung in Bornheim hält nach wie vor an. Wir müssen endlich sorgsamer und deutlich effizienter mit unseren Flächen umgehen."

Auch sei die Lebensdauer eines fachgerecht begrünten Daches im Vergleich z.B. zu einem bekiesten Flachdach ungefähr doppelt so lang. Die Kombination einer Dachbegrünung mit einer Photovoltaikanlage steigere außerdem an heißen Tagen durch den kühlenden Effekt der Bepflanzung den Wirkungsgrad der Anlage. Auch muss die Kühlung im Gebäude selbst geringer ausfallen, dies kann so zu einer signifikanten Energieeinsparung führen.

Zu den zahlreichen positiven Aspekten für den Klima- und Umweltschutz zähle:

  • die Verbesserung des Mikro- und Stadtklimas durch die Verdunstungskälte,
  • gesteigerte biologische Vielfalt, so vor allem bei Pflanzen und Insekten
  • die Bindung von Kohlenstoffdioxid und Feinstaub.

Mit der Errichtung eines Gründaches könne man bis zu 80 Prozent des Jahresniederschlags auf dieser Fläche zurückhalten. "Wir können uns vorstellen, dass durch eine fachgerechte Dachbegrünung die Niederschlagswassergebühr um bis zu 50% reduziert wird dort wo das Niederschlagswasser nicht auf dem Gelände versickern kann", führte Arnd Kuhn weiter aus. Dazu müsse nur die Abwassersatzung geändert werden. Auch würden Niederschlagspitzen bei den zunehmenden Starkregenereignissen abgeschwächt und damit das Kanalsystem entlastet.

In beiden Ausschüssen fand der Antrag zur verbindlichen Dachbegrünung in Gewerbegebieten bedauerlicherweise keine Mehrheit und wurde letztendlich dann in der Ratssitzung von CDU, UWG und FDP abgelehnt.

"Die vorgetragenen Gegenargumente, wie zu hohe Traglast der Dächer, zu hohe Kosten und darum unwirtschaftlich und zu pflegeintensiv, deuten auf eine ungenügende Informationslage der drei Verhinderungsfraktionen hin", schlussfolgerte Ratsmitglied Manfred Quadt-Herte. "Mit unglaublicher Ignoranz werden hier Klima- und Umweltschutz zu einer allein individuellen Aufgabe gemacht, mit der die Stadtgesellschaft als Ganzes nach Meinung dieser Fraktionen nichts zu tun habe."

Kuhn abschließend: "Die Grüne Fraktion im Rat der Stadt Bornheim wird sich trotz dieser Abstimmungsniederlage auch in Zukunft für die im Zeichen des Klimawandels und des dramatischen Verlustes an Biologischer Vielfalt richtige und zielgerichtete Vorgehensweise der Begrünung von Dächern einsetzen und auch weiterhin für diese ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Maßnahme bei den Beteiligten zukünftiger Bauvorhaben werben."

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