09.07.23 –
Unser Gast aus Gambia, Alagie, wohnte im Juni 10 Tage bei uns, während er an der Vorbereitungskonferenz in Bonn für die nächste Weltklimakonferenz in Dubai 2024 teilnahm. Einige Mitglieder unseres Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen und Freunde hatten Gelegenheit, ihn bei uns kennenzulernen. Er begleitete uns zu einigen Konzerten, Feiern und Veranstaltungen. Darüber war er sehr glücklich.
Es war eine beeindruckende Zeit mit vielen intensiven Gesprächen über die Kulturen unserer beiden Länder, das Alltagsleben und das Lebensgefühl der Menschen und besonders immer wieder die Klima- und Umweltproblematik.
Gambia liegt in Westafrika und wird gänzlich vom Senegal umschlossen. Die Meeresküste zum Atlantischen Ozean ist ein vergleichsweise schmaler Abschnitt. Viele Familien leben vom Fischfang.
Alagie berichtete von massiven Einschnitten in das Leben in Gambia durch große chinesische Fisch-Trawler, die nachts sehr nah an der Meeresküste von Gambia die Küste mit Schleppnetzen abfischen. Diese Netze hätten sehr kleine Maschen, sodass die Babyfische mit ins Netz geraten, was illegal sei. Deshalb ginge die Fischpopulation massiv zurück und die Familien könnten sich kaum noch selbst versorgen, geschweige denn Fisch verkaufen.
Alagie beklagte, dass sein Land unter dem Klimawandel durch Stürme, Starkregen, Flut und Trockenheit gerade besonders stark leidet, obwohl Gambia selbst einen sehr niedrigen CO2-Ausstoss hat. Kaum jemand nutzt dort Kühlgeräte, seine große Familie hatte noch nie einen Kühlschrank. Eine Spül- oder Waschmaschine war ihm neu. Heizungen sind ja kein Thema. Er setzt sich mit seiner wöchentlichen Fernsehsendung und Talkshows für Umwelt- und Klimathemen ein. Auch die Medienfreiheit in unseren Ländern und seine Vorsicht, was er in Gambia öffentlich vertritt und wo er achtsam sein muss, waren immer wieder Thema.
Wir denken noch oft an unseren Gast und sind sehr froh über die persönliche Ebene der Begegnungen, die uns immer wieder direkt spüren lässt, wie wichtig es ist, sich global für das Weltklima im Großen und ebenso direkt vor der Haustür einzusetzen – und dass jeder Schritt zählt.
mehr zum Thema:
Change of Perspective I - Global Climate Protection from a Gambian Viewpoint
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Im Klimapaten-Netzwerk sind aktuell etwa 150 Bürgerinnen und Bürger der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises organisiert, die zeigen, dass
- im privaten Bereich
- in Betrieb und Unternehmen
- in Vereinen und Organisationen
vieles gegen den Klimawandel getan werden kann.
Das Netzwerk existiert seit 2011 und hat einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt, die allen Interessierten zur Verfügung stehen, egal ob es um PV-Anlagen, Windräder oder klimaneutrales Bauen geht.
Zahlreiche Publikationen sowie Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Klimapaten-Netzwerks.
Haupttriebfeder des Klimawandels ist der Treibhauseffekt. Einige in der Erdatmosphäre vorhandene Gase wirken ungefähr wie das Glas eines Gewächshauses: Sie lassen Sonnenwärme zwar herein, verhindern aber ihre Abstrahlung zurück in den Weltraum und führen zur Erderwärmung.
Viele dieser Treibhausgase sind natürliche Bestandteile der Erdatmosphäre; infolge menschlicher Tätigkeiten ist jedoch die Konzentration einiger Gase stark angestiegen. Das gilt insbesondere für:
Durch menschliche Tätigkeiten entstehendes CO2 trägt am stärksten zur Erderwärmung bei. Bis 2020 war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einen Wert von 48 % über dem vorindustriellen Niveau (vor 1750) gestiegen.
Andere Treibhausgase werden durch menschliche Tätigkeiten in geringeren Mengen emittiert. Methan ist ein stärkeres Treibhausgas als CO2, hat aber eine kürzere Lebensdauer in der Atmosphäre. Distickstoffoxid ist wie CO2 ein langlebiges Treibhausgas, das sich in der Atmosphäre über Jahrzehnte und Jahrhunderte anreichert.
Natürliche Ursachen wie etwa Veränderungen der Sonneneinstrahlung oder vulkanische Aktivität haben zwischen 1890 und 2010 Schätzungen zufolge um weniger als ± 0,1 °C zur Gesamterwärmung beigetragen.
Ursachen für steigende Emissionen
Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide.
Quelle: https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de
Das Bundesumweltamt berechnet die Auswirkungen von Umwelt- und Klimaschäden und damit, was fehlender Klima- und Umweltschutz kosten.
Das Übereinkommen von Paris ist die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen.
Zu den fast 190 Vertragsparteien des Pariser Übereinkommens zählen auch die EU und ihre Mitgliedstaaten. Die EU hat das Übereinkommen am 5. Oktober 2016 formell ratifiziert.
Das Europäische Parlament hat folgende Erklärung dazu veröffentlich.
CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze