Klartext zum Regionalplan Windenergiebereiche in Bornheim

14.04.24 – von Maria Koch –

Auch wir Grünen sind verärgert über den Entwurf des Regionalplans der Bezirksregierung, der die beiden seit Januar rechtskräftigen Bornheimer Windkraftkonzentrationszonen weitgehend ignoriert.

Mit diesen Konzentrationszonen hatten wir in einem rechtssicheren Verfahren einen guten Kompromiss zwischen den Zielen für die erneuerbaren Energien, dem Artenschutz und dem Landschaftsbild gefunden. Sie wurden mit großer Mehrheit beschlossen und bilden auch eine ausgeglichene räumliche Verteilung für Rheinebene und Ville, sozusagen Ortsgerechtigkeit.

Über die Köpfe der Kommune hinweg entwirft nun die Regionalplanungsbehörde einen Regionalplan für Windenergiebereiche, der die kommunalen Ziele ignoriert.

Nicht minder ärgerlich ist jedoch das Verhalten der Bornheimer FDP, die mit hartnäckig vorgebrachten falschen Behauptungen Bürgermeister und Politik besonders auch uns Grüne angreift. Daher sei hier nochmal klargestellt:

  • Die Behauptung, die Stadt habe die Ville überhaupt erst ins Spiel gebracht, ist schlichtweg falsch. Das Verfahren zur Ausweisung von Windflächenkonzentrationszonen verlangte gesetzlich zwingend eine Betrachtung des gesamten Stadtgebiets, also auch der Ville. Alles andere wäre nicht rechtssicher gewesen
  • Die Behauptung, das Verfahren zur Ausweisung der Windkraftkonzentrationszonen sei überflüssig gewesen, ist ebenso falsch. Ohne die Ausweisung der Windkraftkonzentrationszonen hätten wir in Bornheim längst Wildwuchs, denn die Investoren stehen schon seit Jahren in den Startlöchern.
  • Ebenso falsch ist die Behauptung, die schwarz-grüne Landesregierung verfolge überehrgeizige Ziele beim Ausbau der Windkraft. Richtig ist vielmehr, dass das Bundesgesetz „Wind an Land“, das von der FDP mitbeschlossen wurde, die Bundesländer zur Ausweisung von 2% der Flächen für die Windenergienutzung verpflichtet.

Da niemand behaupten will, dass die Kollegen der FDP-Fraktion von der Komplexität der Verfahren intellektuell überfordert sind,  bleibt die Frage, was sie zu diesen offensichtlich falschen Behauptungen veranlasst.

Wie geht es nun weiter?

Aktuell versuchen wir Grünen in enger Absprache mit der Stadt eine Veränderung des Regionalplans zu bewirken, auch wenn dies nicht einfach wird. Wir führen intensive Gespräche mit unseren Parteifreunden im Regionalrat und stehen im Kontakt mit dem Landeswirtschaftsministerium und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. Dabei stimmen wir uns auch mit den Kolleg*innen der CDU auf allen Ebenen ab.

Im Wesentlichen sehen wir zwei Ansatzpunkte:

Im Rheintal weist der Entwurf der Bezirksregierung keinen Windenergiebereich aus. Als Begründung wird das UNESCO-Welterbe (Brühler Schlösser) genannt. Pauschal wird hier eine Unvereinbarkeit mit den Windbereichen unterstellt, ohne irgendwelche konkreten Vorgaben wie Maße für Abstände, Höhen oder Ähnliches. Bei der Ville dagegen, für die auch Einschränkungen durch die Flugsicherung der Bundeswehr bestehen, führen diese Einschränkungen nicht zum Ausschluss. Im Gegenteil, die Fläche wird noch um über 80% vergrößert. Dies ist für uns eine widersprüchliches Vorgehen.

Setzt sich der Entwurf der Bezirksregierung durch, würde die gesamte für Windräder mögliche Fläche im Bornheimer Stadtgebiet überproportional groß. Die Fläche in der Rheinebene wird im Regionalplan nicht angerechnet, sie bleibt aber über den rechtskräftigen Bornheimer Flächennutzungsplan und wird somit aufaddiert. Eine so große Fläche ist für uns eine übermäßige Belastung und nicht akzeptabel.

Diese und weitere Widersprüche versuchen wir nun zu nutzen, um Verbesserungen für Bornheim zu erreichen.

Alle Parteien und Fraktionen in Bornheim sollten nun gemeinsam für die Interessen aller unserer BürgerInnen kämpfen. Dies ist nicht die Zeit, parteipolitische Süppchen zu kochen und mit Polemik und falschen Darstellungen Klientelpolitik zu betreiben, die nur dem Erhalt des eigenen Ratssitzes dient.

Kategorie

#Bornheim | #Energie | #Klima und Umwelt

Im Klimapaten-Netzwerk sind aktuell etwa 150 Bürgerinnen und Bürger der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises organisiert, die zeigen, dass

- im privaten Bereich
- in Betrieb und Unternehmen
- in Vereinen und Organisationen

vieles gegen den Klimawandel getan werden kann.
Das Netzwerk existiert seit 2011 und hat einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt,  die allen Interessierten zur Verfügung stehen, egal ob es um PV-Anlagen, Windräder oder klimaneutrales Bauen geht.

Zahlreiche Publikationen sowie Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Klimapaten-Netzwerks.

Was sind die Haupttreiber des Klimawandels?

Haupttriebfeder des Klimawandels ist der Treibhauseffekt. Einige in der Erdatmosphäre vorhandene Gase wirken ungefähr wie das Glas eines Gewächshauses: Sie lassen Sonnenwärme zwar herein, verhindern aber ihre Abstrahlung zurück in den Weltraum und führen zur Erderwärmung.

Viele dieser Treibhausgase sind natürliche Bestandteile der Erdatmosphäre; infolge menschlicher Tätigkeiten ist jedoch die Konzentration einiger Gase stark angestiegen. Das gilt insbesondere für:

  • Kohlendioxid (CO2)
  • Methan
  • Distickstoffoxid
  • fluorierte Gase

Durch menschliche Tätigkeiten entstehendes CO2 trägt am stärksten zur Erderwärmung bei. Bis 2020 war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einen Wert von 48 % über dem vorindustriellen Niveau (vor 1750) gestiegen.

Andere Treibhausgase werden durch menschliche Tätigkeiten in geringeren Mengen emittiert. Methan ist ein stärkeres Treibhausgas als CO2, hat aber eine kürzere Lebensdauer in der Atmosphäre. Distickstoffoxid ist wie CO2 ein langlebiges Treibhausgas, das sich in der Atmosphäre über Jahrzehnte und Jahrhunderte anreichert.

Natürliche Ursachen wie etwa Veränderungen der Sonneneinstrahlung oder vulkanische Aktivität haben zwischen 1890 und 2010 Schätzungen zufolge um weniger als ± 0,1 °C zur Gesamterwärmung beigetragen.

Ursachen für steigende Emissionen

Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide.

  • Abholzung von Wäldern (Entwaldung). Bäume tragen durch Aufnahme von CO2 zur Klimaregulierung bei. Durch Rodung geht diese positive Wirkung verloren, und der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird in die Atmosphäre freigesetzt, wo er zum Treibhauseffekt beiträgt.
  • Intensivierung der Viehzucht. Kühe und Schafe erzeugen bei der Verdauung ihres Futters große Mengen an Methan.
  • Stickstoffhaltige Dünger verursachen Stickoxidemissionen.
  • Fluorierte Gase werden aus Geräten und Produkten freigesetzt, in denen diese Gase verwendet werden. Diese Emissionen haben einen sehr starken Treibhauseffekt, der bis zu 23 000-mal stärker ist als der von CO2.

Quelle: https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de

 

Kosten des Klimawandels

Das Bundesumweltamt berechnet die Auswirkungen von Umwelt- und Klimaschäden und damit, was fehlender Klima- und Umweltschutz kosten.

zum Bundesumweltamt

Das Pariser Klimaabkommen von 2015

Das Übereinkommen von Paris ist die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen.

Zu den fast 190 Vertragsparteien des Pariser Übereinkommens zählen auch die EU und ihre Mitgliedstaaten. Die EU hat das Übereinkommen am 5. Oktober 2016 formell ratifiziert.

Zum Text des Pariser Klimaabkommens

CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze

Bericht des Wuppertal Instituts vom Oktober 2020