11.09.2017

Auch Bahnbrücken in Bornheim marode.

Martin Metz

Martin Metz (Grüne): „Wir brauchen Geld und Planungskapazitäten, um den Infrastrukturverfall zu stoppen!“

Die Bahninfrastruktur in Deutschland befindet sich in einem maroden Zustand. Das ist das Ergebnis der Antworten der Bundesregierung auf 16 Kleine Anfragen der Grünen-Bundestagsfraktion zum Zustand der Bahninfrastruktur in den deutschen Bundesländern.

So befinden sich aktuell mehr als 1.100 Brücken in Deutschland in einem Zustand, bei dem der Abriss kostengünstiger und wirtschaftlicher wäre als eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur. Allen diesen Brücken ist gemeinsam, dass diese von der DB Netz AG, der Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, in der schlechtesten Zustandskategorie 4 gelistet werden.

Auch wenn in Bornheim keine Brücke in der Kategorie 4 geführt werden, so scheint das mit Blick auf das Alter und den Zustand einiger Brücken nur eine Frage der Zeit zu sein. So sind alleine drei Brücken in der Zustandskategorie 3 gelistet, bei der „Umfangreiche Schäden am Bauwerksteil“ festgestellt wurden. Deren „Instandsetzung ist noch möglich, ihre Wirtschaftlichkeit ist zu prüfen.“ Alle drei Brücken sind bereits 90 Jahre in Betrieb.

Bei einer angenommenen realistischen Lebensdauer der bundesweit rund 25.700 Bahnbrücken von rund 100 Jahren wäre eine Erneuerung von 257 Brücken jedes Jahr notwendig, um eine dauerhaft gute Infrastruktur im Bahnnetz vorzuhalten. Tatsächlich, so das Ergebnis der Bundestagsanfragen der Grünen, wurden in den vergangenen Jahren jährlich gerade einmal 115 Bahnbrücken erneuert. Auch das Ziel der Bundesregierung, mit der Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn innerhalb von fünf Jahren deutschlandweit 875 Brücken zu sanieren, wird dem Sanierungsbedarf nicht ansatzweise gerecht.

So sind die Bahnbrücken in vielen Bundesländern auch trotz zahlreicher Neubauprojekte in einem hohen Alter. So hält der Freistaat Thüringen, durch den die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München verläuft, den Altersrekord einer Durchschnittsbrücke von 82 Jahren. In der Nähe des ICE-Bahnhofs Saalfeld/Saale befindet sich auch die mit dem Baujahr 1871 älteste noch bestehende Bahnbrücke Deutschlands.

Martin Metz, Grünen-Bundestagskandidat im Wahlkreis 98, Rhein-Sieg II, erklärt zum Zustand der Bahnbrücken in der Region: „Die Große Koalition macht entschieden zu wenig, um unsere Bahninfrastruktur in Schuss zu halten, was sich auch im Rhein-Sieg-Kreis auswirkt. Statt das Schienennetz zu erhalten, kümmert sich Verkehrsminister Dobrindt um eine Autobahnmaut und bayerische Ortsumfahrungen. Was wir in der nächsten Wahlperiode brauchen, sind mehr finanzielle Mittel und deutlich mehr Planungskapazitäten für das Bahnnetz. Dafür setzen wir Grüne uns ein.

Wir Grüne setzen auf eine vernünftige Verkehrspolitik, die auf Erhalt vor Neubau setzt. Wenn die Bahn pünktlicher fahren und zu einem zuverlässigen Verkehrsmittel für die Fahrgäste werden soll, müssen wir an die marode Infrastruktur ran. Nur so schaffen wir es, dass die vielen Langsamfahrstellen weniger werden und der Bahnverkehr flüssiger fährt. Wir wollen daher nach der Bundestagswahl ein Investitionsprogramm auflegen, das den Erhalt unserer Infrastruktur in den Mittelpunkt rückt. Nur so schaffen wir eine pünktliche Bahn für zufriedene Fahrgäste“, so Martin Metz abschließend.

Neben den bereits seit 2014 als dringend sanierungsbedürftig bekannten Brücken (siehe hier), ist nun auch noch die Brücke in Sechtem über den Mühlenbach hinzu gekommen.

Weitere Informationen zu der Anfrage der Grünen im Bundestag finden Sie unter: www.gruene-bundestag.de/index.php (11.09.2017)

URL:http://gruene-bornheim.de/home/aktuelle-news-detailansicht/article/auch_bahnbruecken_in_bornheim_marode/